TÜV gibt Tipps für mehr Sicherheit auf dem Fahrrad

Stärkere Beleuchtung, smarte Sensoren, Rückspiegel oder ein Fahrrad-ABS sollen das Radfahren sicherer machen. Der TÜV-Verband hat verschiedene technische Hilfsmittel bewertet und gibt Tipps, worauf Radfahrerinnen und Radfahrer bei Auswahl und Nutzung achten sollten.

Nach der TÜV Mobility Studie 2026 fährt jede fünfte Person in Deutschland mindestens einmal pro Woche Fahrrad. Weitere 14 Prozent sind regelmäßig mit dem E-Bike unterwegs.

Gleichzeitig empfinden viele die Bedingungen im Straßenverkehr als unsicher. 56 Prozent der Befragten schätzen die Sicherheit von Radfahrenden an ihrem Wohnort als gering ein. Im Jahr 2025 kamen laut Statistischem Bundesamt 462 Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer bei Verkehrsunfällen ums Leben.

Technik kann Sicherheit ergänzen

Fani Zaneta, Expertin für Verkehrssicherheit beim TÜV-Verband, weist darauf hin, dass eine geeignete Ausstattung helfen könne, Gefahren früher zu erkennen, besser gesehen zu werden und in kritischen Situationen schneller zu reagieren.

Technische Hilfsmittel könnten jedoch weder eine sichere Infrastruktur noch ein technisch einwandfreies Fahrrad ersetzen. Auch Aufmerksamkeit und vorausschauendes Fahren blieben entscheidend.

Gute Beleuchtung erhöht die Sichtbarkeit

Bei Dunkelheit und schlechter Sicht ist eine funktionierende Beleuchtung besonders wichtig. Die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung schreibt ein weißes Frontlicht, ein rotes Rücklicht und Reflektoren vor.

Zugelassene Fahrradlampen sind an einer Wellenlinie, dem Buchstaben „K“ und einer Nummer erkennbar. Die Beleuchtungsstärke wird in Lux angegeben.

Auf beleuchteten Straßen können nach Angaben des TÜV 30 bis 50 Lux ausreichen. Auf unbeleuchteten Wegen können rund 100 Lux sinnvoll sein.

Blinkende weiße Frontscheinwerfer und blinkende rote Rücklichter sind im deutschen Straßenverkehr nicht erlaubt.

Fernlicht auf dunklen Strecken möglich

Der Scheinwerfer sollte die Fahrbahn gleichmäßig ausleuchten, ohne entgegenkommende Verkehrsteilnehmende zu blenden. Nach der Montage, einem Transport oder einem Sturz sollte deshalb geprüft werden, ob die Lampe noch korrekt ausgerichtet ist.

Auf besonders dunklen Strecken kann auch ein Fahrrad-Fernlicht hilfreich sein. Dieses ist seit 2017 zugelassen. Bei Gegenverkehr muss es jedoch rechtzeitig ausgeschaltet werden.

Rückspiegel ersetzt Schulterblick nicht

Auch Rückspiegel werden bei Fahrrädern zunehmend genutzt. Sie erleichtern den Blick auf den nachfolgenden Verkehr.

Der Spiegel sollte fest montiert sein, nicht wackeln und ein ausreichend großes Sichtfeld bieten. Neben Modellen für den Lenker gibt es auch kleinere Spiegel für den Helm.

Den Schulterblick vor einem Spurwechsel oder dem Abbiegen ersetzt ein Rückspiegel allerdings nicht.

Smarte Helme erkennen Stürze

Ein korrekt sitzender Fahrradhelm gehört unabhängig von technischen Zusatzfunktionen zur grundlegenden Sicherheitsausstattung.

Smarte Modelle können zusätzlich Rückleuchten, automatische Bremslichter, Richtungsanzeigen oder eine Sturzerkennung besitzen.

Sturzsensoren befinden sich je nach System im Helm, am Fahrrad, im Smartphone oder in einer Smartwatch. Erkennt das System einen Sturz, startet häufig zunächst ein Countdown. Erfolgt keine Reaktion, werden hinterlegte Notfallkontakte benachrichtigt und über den Standort informiert.

Einige Systeme können auch selbstständig einen Notruf auslösen. Der TÜV empfiehlt, solche Funktionen vor der ersten Nutzung vollständig einzurichten und zu testen.

Fahrradblinker müssen zugelassen sein

Beim Abbiegen oder Spurwechsel muss die Fahrtrichtung rechtzeitig angezeigt werden. Neben dem Handzeichen können dafür zugelassene Fahrradblinker verwendet werden.

Diese tragen ein amtliches Prüfzeichen und werden meist über eine Taste am Lenker bedient. Sie können das Handzeichen ersetzen.

Anders sieht es bei Richtungsanzeigen am Helm aus. Diese gelten nicht als zugelassene Fahrradblinker. Wer einen Helmblinker verwendet, muss deshalb weiterhin zusätzlich ein Handzeichen geben.

Radarsysteme warnen vor Verkehr von hinten

Fahrrad-Radarsysteme erkennen Fahrzeuge, die sich von hinten nähern. Je nach Modell werden Entfernung und Geschwindigkeit auf einem Fahrradcomputer, E-Bike-Display oder befestigten Smartphone angezeigt.

Der Nutzen hängt laut TÜV stark von der jeweiligen Strecke ab. Auf wenig befahrenen Landstraßen können Warnungen vor einzelnen Fahrzeugen beispielsweise für Rennradfahrer hilfreich sein.

Im dichten Stadtverkehr können dagegen so viele Fahrzeuge erkannt werden, dass einzelne Warnmeldungen weniger hilfreich sind.

Reifendrucksensoren warnen vor Druckverlust

Auch ein schleichender Druckverlust kann die Fahrsicherheit beeinträchtigen. Zu niedriger Reifendruck verändert unter anderem das Fahr- und Bremsverhalten.

Reifendrucksensoren überwachen den Luftdruck und geben eine Warnung aus, wenn ein vorher festgelegter Wert unterschritten wird.

Die Werte können je nach System über eine App, einen Fahrradcomputer oder das E-Bike-Display angezeigt werden. Eine regelmäßige Kontrolle und fachgerechte Wartung ersetzen die Sensoren jedoch nicht.

Fahrrad-ABS kann bei Vollbremsungen helfen

Ein Fahrrad-ABS ist derzeit vor allem bei E-Bikes und elektrischen Lastenrädern erhältlich. Es soll verhindern, dass bei einer starken Bremsung das Vorderrad blockiert oder sich das Hinterrad vom Boden abhebt.

Das System passt den Bremsdruck automatisch an und kann dazu beitragen, dass das Rad stabiler und lenkbar bleibt. Besonders auf nasser oder loser Fahrbahn kann dies hilfreich sein.

Auch ein ABS verhindert jedoch nicht jeden Unfall. Der Bremsweg hängt weiterhin unter anderem von Geschwindigkeit, Reifen, Untergrund und Fahrweise ab.

Technik gezielt auswählen

Welches Zubehör sinnvoll ist, hängt von den individuellen Fahrgewohnheiten, den genutzten Strecken und dem Fahrradmodell ab.

Vor dem Kauf sollten Verbraucherinnen und Verbraucher deshalb prüfen, welches konkrete Risiko das Produkt verringern soll und ob es für den Straßenverkehr zugelassen ist.

Außerdem sollten sich technische Systeme einfach bedienen lassen, sicher befestigt sein und mit Fahrrad, Bremsanlage, Stromversorgung sowie vorhandenen Displays oder Apps kompatibel sein.

Der TÜV betont zugleich, dass technische Hilfsmittel immer nur eine Ergänzung bleiben. Regelmäßige Wartung, vorausschauendes Fahren, der Blick nach hinten und eine sichere Verkehrsinfrastruktur bleiben zentrale Voraussetzungen für mehr Sicherheit auf dem Fahrrad.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von TÜV-Verband e. V./Veröffentlicht am 15.09.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.