Hamburg setzt den Ausbau einer zeitgemäßen und sicheren Radinfrastruktur konsequent fort. Seit 2020 wurden insgesamt 343 Kilometer Radwege neu angelegt oder instand gesetzt – eine Strecke, die in etwa der Distanz zwischen Hamburg und Kopenhagen entspricht. Allein im Jahr 2025 kamen rund 50 Kilometer hinzu, wodurch zentrale Verbindungen für den Radverkehr entstanden oder spürbar verbessert wurden. Ein wesentlicher Anteil der Maßnahmen floss in geschützte Lösungen: 66 Prozent der umgesetzten Radwege konnten als geschützte Radverkehrsinfrastruktur realisiert werden. Dabei geht es der Stadt nicht nur um die Länge der Strecken, sondern vor allem um hochwertige, innovative und dauerhaft tragfähige Ausbauten, die Sicherheit und Komfort im Alltag stärken.
Verkehr und Mobilitätswende
2025: Netzausbau, Orientierung und neue Standards
Im vergangenen Jahr wurden zahlreiche Projekte gestartet oder abgeschlossen, die den Radverkehr in Hamburg strukturell weiterentwickeln. Dazu gehört die Weiterentwicklung des bisherigen Veloroutennetzes hin zum Hamburger Radnetz. Ergänzend wurde ein neues Wayfinding-System eingeführt, das die Beschilderung und Orientierung auf den Radrouten verbessert. Darüber hinaus wurde ein bundesweit besonderer Ansatz erarbeitet: ein standardisiertes Verfahren, um Radfahrstreifen nachträglich mit Protektionselementen auszustatten und damit schneller und einheitlicher aufzuwerten.
Ein sichtbares Zeichen für diese Entwicklung ist die Radbrücke an der Halskestraße: Hamburg hat dort die erste reine Fahrradbrücke errichtet – als Pilotprojekt mit Signalwirkung. Auch die Louise-Schröder-Straße steht für die neue Qualität im Umbau: Das Vorhaben wurde mit dem Deutschen Fahrradpreis 2025 ausgezeichnet und unterstreicht, dass Hamburgs Maßnahmen zur Radverkehrsförderung auch überregional Beachtung finden.
Zu den weiteren markanten Projekten zählen unter anderem:
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Neuer Jungfernstieg: Umgestaltung zu einem verkehrsberuhigten Geschäftsbereich; der Straßenraum wurde deutlich aufgewertet, auch für Radfahrende – unter anderem durch breitere Gehwege und Begrünung.
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Rund um die Hohenfelder Bucht: Vier Meter breite Zweirichtungsradwege inklusive eigener Fuß- und Radverkehrsbrücke; die Gestaltung fügt sich in die Umgebung von Alster und Alsterpark ein. Für zusätzlichen Fahrkomfort sorgt unter anderem rot eingefärbter Asphalt.
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Bei St. Annen: Verbesserung der Nord-Süd-Verbindung durch die Speicherstadt Richtung HafenCity mit neuen, separaten Radfahrstreifen; Kopfsteinpflaster wurde geglättet – eine Anpassung, die häufig aus der Bevölkerung gefordert wurde.
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Halskestraße: Zweirichtungsradweg als Baustein der künftigen Radroute Plus nach Geesthacht.
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Max-Brauer-Allee: Radwege nach Kopenhagener Vorbild.
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Bundesstraße: Erneuerung stark beschädigter Radwege durch Radfahrstreifen.
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Wagnerstraße – Ritterstraße: Neuordnung der Radverkehrsführung und Beseitigung eines wiederholt kritisierten unsicheren Abschnitts.
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Berner Straße – Fasanenweg: Protected Bikelanes im Zuge der Grundinstandsetzung der Straße.
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Instandsetzungen wichtiger Achsen: Arbeiten unter anderem an Budapester Straße, Willy-Brandt-Straße und Schierenberg.
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Eigenständige Wege in den Bezirken: Zahlreiche separat geführte Routen, etwa in Bergedorf und Harburg, inklusive des Weges am Neuländer See als Teil der Freizeitroute „2. Grüner Ring“.
2026: Weitere Schritte für Schutz, Komfort und Praxistests
Auch 2026 setzt die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende den Ausbau fort. In Planung oder bereits im Bau befinden sich unter anderem:
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Fünf Pilotmaßnahmen zur Nachrüstung von Protektionselementen an Radfahrstreifen (Alsenstraße, Friedrich-Ebert-Damm, Glockengießerwall, Rugenfeld, Steintorwall).
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Neue oder sanierte Radwege in Saarlandstraße, Steinstraße und Georg-Wilhelm-Straße.
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Radroute Plus Karl-Heinz-Rissmann-Weg mit getrenntem Zweirichtungsradweg.
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Protected Bikelanes am Eppendorfer Marktplatz sowie in der Manshardtstraße.
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Optimierungen an der St. Pauli Hafenstraße sowie die neue Fußgänger- und Radbrücke Entenwerder.
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Nächste Rollout-Phase der Routenbeschilderung.
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Zusätzliches Pilotprojekt: Prüfung, wie wirksam Zebrastreifen auf Radwegen sind.
Mit diesem Maßnahmenpaket sollen Sicherheit, Orientierung und Fahrkomfort weiter steigen. Gleichzeitig verfolgt Hamburg den Anspruch, Pilotprojekte zügig in den Alltag zu überführen und erfolgreiche Lösungen rasch zu skalieren.
Zusammenarbeit für eine fahrradfreundliche Stadt
Um die Fahrradfreundlichkeit nachhaltig auszubauen, arbeitet die Behörde eng mit den Bezirken und weiteren Partnern zusammen. Im Mittelpunkt steht das Ziel, den Radverkehrsanteil weiter zu erhöhen, die Lebensqualität zu verbessern und die Mobilitätswende konsequent voranzubringen.
Verkehrssenator Dr. Anjes Tjarks erklärte dazu, dass Hamburg Schritt für Schritt fahrradfreundlicher werde – mit sicheren Radwegen, innovativen Projekten und neuen Standards. Radfahren solle für alle Hamburgerinnen und Hamburger noch attraktiver und komfortabler werden; dafür liege der Schwerpunkt auf Qualität, Sicherheit und spürbaren Verbesserungen im Alltag. Zudem betonte er die zentrale Rolle des Fahrrads in der Verkehrsplanung und -strategie der Stadt.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Stadt Hamburg/Veröffentlicht am 16.01.2026